Spendenrecht und Mietverträge: Mehr Gestaltungsspielraum für gGmbHs

Handschlag zwischen Businessmenschen


Das Finanzgericht Münster hat entschieden, dass Zahlungen eines Alleingesellschafters an seine gemeinnützige GmbH auch dann als Spenden steuerlich abzugsfähig sind, wenn sie der gGmbH die Erfüllung von Mietverpflichtungen gegenüber dem Gesellschafter ermöglichen. Das Urteil stärkt die Gestaltungsmöglichkeiten für gemeinnützige Organisationen und ihre Förderer – insbesondere bei Betriebsaufspaltungen.

gGmbH nutzt Spenden zur Zahlung der Miete

Im Streitfall hatte ein Alleingesellschafter einer gemeinnützigen GmbH (gGmbH) monatlich Beträge gespendet, die die gGmbH zur Zahlung der Miete für Museumsräume nutzte – Räume, die sie vom Gesellschafter selbst angemietet hatte. Das Finanzamt versagte den Spendenabzug mit der Begründung, es fehle an der Unentgeltlichkeit der Zuwendung. Die Zahlungen seien nicht fremdnützig, sondern dienten mittelbar dem Vermögensinteresse des Spenders. Das FG Münster sah dies anders und erkannte die Zahlungen als Spenden im Sinne des § 10b EStG an.

Unentgeltlichkeit und Fremdvergleich im Spendenrecht

Das Gericht stellte klar, dass auch Zahlungen, die auf einer freiwillig eingegangenen Patronatserklärung beruhen, als Spenden gelten können, wenn sie ohne rechtliche Verpflichtung und ohne Gegenleistung erfolgen. Entscheidend sei, dass die gGmbH die Mittel frei verwenden konnte und keine Rückzahlungspflicht bestand. Die Mietverträge zwischen dem Kläger und der gGmbH wurden als fremdüblich anerkannt – sowohl in ihrer Gestaltung als auch in der tatsächlichen Durchführung. Die Tatsache, dass die gGmbH die Miete nur durch die erhaltenen Spenden zahlen konnte, stehe der steuerlichen Anerkennung nicht entgegen.

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Steuerliche Anerkennung von Spenden- und Mietmodellen

Das Urteil ist ein starkes Signal für gemeinnützige Organisationen, die auf die finanzielle Unterstützung ihrer Gesellschafter angewiesen sind. Es zeigt, dass auch komplexe Gestaltungen – wie die Kombination aus Mietvertrag und Spende – steuerlich anerkannt werden können, wenn sie transparent und fremdüblich ausgestaltet sind. Für Förderer bedeutet das: Wer seine gGmbH durch Spenden unterstützt, muss nicht befürchten, dass diese steuerlich nicht anerkannt werden, nur weil die Mittel zur Erfüllung von Verpflichtungen gegenüber dem Spender verwendet werden.

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FG Münster, Urteil v. 02.09.2025, 1 K 102/23 E

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Porträt vom Autor

Anna Danner

Anna Danner ist Steuerberaterin und seit April 2024 Teil des Teams bei WINHELLER in Frankfurt am Main. Sie widmet sich vor allem der steuerrechtlichen Beratung von Stiftungen und Nonprofit-Organisationen.

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