info@winheller.com+49 (0)69 76 75 77 80 Mo. - Fr. von 8 bis 20 Uhr, Sa. von 8 bis 17 Uhr
Persönliche Termine nach Vereinbarung

Gemeinnützige Organisationen: Die Vergütung muss angemessen sein

Gutes Personal kostet gutes Geld – das gilt auch für Mitarbeiter in professionell organisierten NPOs. Bei allem Wettbewerb um die hellsten Köpfe sollte jedoch der steuerbegünstigte Zweck stets Vorrang haben und die Vergütung angemessen sein. Andernfalls droht der Entzug der Gemeinnützigkeit und schlimmstenfalls ein Strafverfahren.

340.000 Euro sind nicht angemessen

Derzeit steht die Chefin der Duisburger Behindertenwerkstatt in der Kritik. Sie soll jährliche Bezüge i.H.v. bis zu 340.000 Euro erhalten haben. Aus Sicht vieler Ehrenamtlicher und auch der Politik ist das weit mehr als angemessen für eine gemeinnützige Einrichtung. Das zuständige Finanzamt prüft daher derzeit den Entzug der Gemeinnützigkeit wegen Fehlverwendung steuerbegünstigter Mittel, die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts der Untreue.

Duisburg ist kein Einzelfall – erst letztes Jahr erregte der Fall der gemeinnützigen Bethel-Werke Aufmerksamkeit, deren Geschäftsführer ein Jahresgehalt von 700.000 Euro beziehen und Pensionsansprüche in Millionenhöhe haben soll. Der zuständige Diakonische Landesverband hat die Organisation mittlerweile aus seinen Reihen ausgeschlossen. Die Gemeinnützigkeit bereits entzogen hat das Finanzgericht (FG) Mecklenburg-Vorpommern einem anderen gemeinnützigen Unternehmen, dessen Geschäftsführung ein Gehalt von bis zu 346.000 Euro erhalten hatte. Das Verfahren ist derzeit als Revision beim Bundesfinanzhof (BFH) anhängig (Az. V R 5/17).

Hohe Gehälter können Mittelfehlverwendung darstellen

Angesichts des harten Personalwettbewerbs mag es verständlich sein, dass auch NPOs gute Mitarbeiter mit hohen Gehältern locken. Im dritten Sektor ist neben dem potentiellen Image-Schaden aber auch das Gemeinnützigkeitsrecht zu beachten. Hohe Gehälter können eine gemeinnützigkeitsschädliche Mittelfehlverwendung darstellen. Um auf Nummer sicher zu gehen, sollten Organisationen für ihre am höchsten vergüteten Mitarbeiter Gehaltsgutachten erstellen und zu den Akten nehmen, um so im Fall der Fälle belegen zu können, dass die Gehälter angemessen und damit unbedenklich sind. Gerne sind Ihnen unsere Experten für Gemeinnützigkeitsrecht dabei behilflich.

Wir erstellen Gehaltsgutachten für Ihre NPO zum Fixpreis. Sprechen Sie uns gerne an!

Chefin von Behindertenwerkstatt in Duisburg kassierte Mega-Gehalt, watson, 26.07.2018
Staatsanwaltschaft prüft Anfangsverdacht, RP ONLINE, 30.07.2018

Weiterlesen:
Gemeinnützige Unternehmen: Wie viel Vergütung ist angemessen?
Gehaltsgutachten für gGmbH-Geschäftsführer zum Fixpreis

Philipp Hornung

Philipp Hornung

Rechtsanwalt Philipp Hornung ist im steuerrechtlichen Dezernat von WINHELLER tätig. Am Hauptstandort in Frankfurt am Main berät er Unternehmen, Nonprofit-Organisationen und vermögende Privatpersonen zu allen steuerlichen Fragestellungen. Spezialisiert ist er daneben auf die Bereiche kryptographische Währungen und Blockchain-Technologie.

>> Zum Profil

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

WINHELLER-Blog via Newsletter

Abonnieren Sie unsere kostenlosen Newsletter und erhalten Sie regelmäßig die wichtigsten Beiträge aus dem Wirtschafts- und/oder Gemeinnützigkeitsrecht bequem per E-Mail. Wählen Sie einfach Ihren Wunschnewsletter aus. (Pflichtfelder sind mit * markiert).

German Business Law News (4x jährlich)
Nonprofitrecht aktuell (1x im Monat)
Ich möchte den oder die ausgewählten Newsletter abonnieren und erteile zu diesem Zwecke meine Einwilligung in die Verarbeitung meiner oben angegebenen Daten durch WINHELLER. Die „Hinweise zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletter-Abonnements“ habe ich gelesen.
Mir ist bekannt, dass ich meine erteilte Einwilligung jederzeit mit Wirkung für die Zukunft durch Betätigung des Abmeldebuttons innerhalb des Newsletters widerrufen kann. *