{"id":9937,"date":"2019-02-28T16:49:31","date_gmt":"2019-02-28T14:49:31","guid":{"rendered":"https:\/\/winheller.com\/blog\/?p=9937"},"modified":"2020-07-27T09:40:39","modified_gmt":"2020-07-27T07:40:39","slug":"bafin-stoppt-security-token","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/winheller.com\/blog\/bafin-stoppt-security-token\/","title":{"rendered":"BaFin genehmigt erstes Security Token Offering und stoppt ein anderes"},"content":{"rendered":"<p>Initial Coin Offerings entwickeln sich zu einer beliebten Form der Unternehmensfinanzierung. Die Bundesanstalt f\u00fcr Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat nun erstmals einen virtuellen B\u00f6rsengang gestoppt.<\/p>\n<h2>Stopp des RISE STO<\/h2>\n<p>Ende 2018 ist die BaFin gegen das deutsche Unternehmen RISE eingeschritten und hat dessen geplantes <a href=\"https:\/\/www.winheller.com\/bankrecht-finanzrecht\/bitcointrading\/ico-initial-coin-offering\/security-token.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>Security Token Offering<\/strong><\/a> (STO) verhindert. Nach eigener Aussage bietet RISE hochentwickelte algorithmische Handelsstrategien an, die auf Systemen der k\u00fcnstlichen Intelligenz (KI) basieren. Das Unternehmen warb dabei mit dreistelligen Renditerechnungen und markigen Spr\u00fcchen, wie z.B. Investieren wie ein Milliard\u00e4r \u2013 RISE entwickelt erstklassige K.I.-basierende Handelsstrategien, die seit 2012 die globalen M\u00e4rkte \u00fcbertroffen haben [\u2026].<\/p>\n<h2>Erlaubnispflicht von Security Tokens<\/h2>\n<p>Im Rahmen des STO wollte das Unternehmen den \u201eRISE (RSE) Security Token\u201c ausgeben, der seinen Inhabern ein \u201epassives Einkommen\u201c gew\u00e4hren sollte. Dieses Einkommen sollte u.a. aus den eingenommenen Lizenzgeb\u00fchren des von RISE entwickelten Handelssystems stammen. Die Tokens w\u00e4ren damit \u00e4hnlich wie ein Schuldschein ausgestaltet.<\/p>\n<p>Nach Auffassung der BaFin sind sog. Security Tokens wertpapier\u00e4hnliche Tokens, bei denen die Nutzer \u2013 \u00e4hnlich wie bei Aktien und Schuldtiteln \u2013 mitgliedschaftliche Rechte oder schuldrechtliche Anspr\u00fcche verm\u00f6genswerten Inhalts haben. Abh\u00e4ngig vom jeweiligen Token, kann es sich dabei um Wertpapiere i.S.v. \u00a7 2 Abs. 1 WpHG handeln. Dann k\u00f6nnen bei der Durchf\u00fchrung des STO umfangreiche aufsichtsrechtliche Pflichten, insbesondere die Ver\u00f6ffentlichung eines <a href=\"https:\/\/www.winheller.com\/bankrecht-finanzrecht\/kapitalmarktrecht\/prospekterstellung-wppg.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>Wertpapierprospekts<\/strong><\/a>, zu beachten sein.<\/p>\n<h3>Paradigmenwechsel f\u00fcr die BaFin?<\/h3>\n<p>Offiziell hat sich die BaFin zum RISE STO nicht ge\u00e4u\u00dfert. Wir vermuten, dass die Beh\u00f6rde u.a. deshalb gegen das Unternehmen eingeschritten ist, weil sie die RSE Security Tokens als wertpapier\u00e4hnliche Tokens eingestuft hat und das Unternehmen den daraus folgenden aufsichtsrechtlichen Anforderungen nicht entsprochen hat.<\/p>\n<p>Das <a href=\"https:\/\/www.handelsblatt.com\/finanzen\/geldpolitik\/krypto-finanzierungsrunden-deutsche-finanzaufsicht-stoppt-erstmals-virtuellen-boersengang\/24011638.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>Handelsblatt<\/strong><\/a> sieht hierin einen Paradigmenwechsel f\u00fcr die BaFin, die im Umgang mit dem Kryptouniversum bis dato eher passiv gewesen sei. Aber bedeutet der beh\u00f6rdliche Stopp des RISE STO wirklich eine Ver\u00e4nderung der aufsichtsrechtlichen Praxis?<\/p>\n<p>Unserer Ansicht nach ist dies weniger ein Warnsignal an die Branche, als vielmehr Ausdruck einer funktionierenden Aufsicht. Wenn die <a href=\"https:\/\/www.winheller.com\/bankrecht-finanzrecht\/aufsichtsrecht-bafin-lizenz.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>BaFin<\/strong><\/a> im Zusammenhang mit der Durchf\u00fchrung von <a href=\"https:\/\/www.winheller.com\/bankrecht-finanzrecht\/bitcointrading\/ico-initial-coin-offering.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>Initial Coin Offerings (ICOs)<\/strong><\/a> bisher wenig nach au\u00dfen in Erscheinung getreten ist, liegt das vor allem daran, dass es sich dabei oftmals um sog. Utility Tokens handelte. Diese l\u00f6sen in vielen F\u00e4llen keine aufsichtsrechtlichen Pflichten aus. In diesem Fall entspricht es sogar der beh\u00f6rdlichen Pflicht, passiv zu bleiben.<\/p>\n<h2>Bitbond \u2013 erstes deutsches STO mit BaFin-Genehmigung<\/h2>\n<p>Dass es auch anders geht, zeigte j\u00fcngst Bitbond, das als erstes deutsches Unternehmen tokenisierte Schuldverschreibungen auf den Markt bringen darf. Die BaFin segnete den hierf\u00fcr ben\u00f6tigten Wertpapierprospekt ab. Daran wird deutlich, dass die BaFin blockchainbasierten Finanzierungsinstrumenten nicht grunds\u00e4tzlich ablehnend gegen\u00fcbersteht, solange den im Einzelfall bestehenden aufsichtsrechtlichen Anforderungen entsprochen wird. Unternehmen, die sich nicht daran halten, m\u00fcssen hingegen mit einem beh\u00f6rdlichen Einschreiten rechnen.<\/p>\n<p>Unsere auf ICOs spezialisierten Anw\u00e4lte beraten Sie gerne rund um die Durchf\u00fchrung Ihres Security Token Offerings. Wir freuen uns auf <a href=\"mailto:info@winheller.com\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>Ihre Kontaktaufnahme<\/strong><\/a>!<\/p>\n<p>Weiterlesen:<br \/>\n<a href=\"https:\/\/winheller.com\/blog\/ico-vs-ipo-vergleich\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>ICO vs. IPO: Ein Vergleich<\/strong><\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.winheller.com\/bankrecht-finanzrecht\/bitcointrading\/ico-initial-coin-offering\/security-token.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>WINHELLER ber\u00e4t rund um Security-Token<\/strong><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Initial Coin Offerings entwickeln sich zu einer beliebten Form der Unternehmensfinanzierung. Die Bundesanstalt f\u00fcr Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat nun erstmals einen virtuellen B\u00f6rsengang gestoppt. 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