{"id":8662,"date":"2018-03-28T10:00:22","date_gmt":"2018-03-28T08:00:22","guid":{"rendered":"https:\/\/winheller.com\/blog\/?p=8662"},"modified":"2022-02-18T15:38:38","modified_gmt":"2022-02-18T13:38:38","slug":"doppelte-umsatzsteuer-einfuhr","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/winheller.com\/blog\/doppelte-umsatzsteuer-einfuhr\/","title":{"rendered":"Doppelte Umsatzsteuer bei Einfuhr von Waren"},"content":{"rendered":"<p>Alle Unternehmen, die Waren in die EU und im Speziellen nach Deutschland einf\u00fchren, m\u00fcssen entsprechende Einfuhrabgaben entrichten. Die Abgaben setzen sich aus dem Zoll und der Einfuhrumsatzsteuer zusammen. W\u00e4hrend je nach Warenursprung der Zollsatz oft 0% betr\u00e4gt, ist die <a href=\"https:\/\/www.winheller.com\/steuerrecht-steuerberatung\/zollrecht.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>Einfuhrumsatzsteuer<\/strong><\/a> bei der Einfuhr nach Deutschland meist in voller H\u00f6he, also 19% bzw. 7%, zu entrichten. Es kann jedoch passieren, dass die deutsche Finanzverwaltung im Nachgang sogar ein weiteres Mal die Entrichtung der Umsatzsteuer fordert.<\/p>\n<h3>Einfuhrabgaben durch Spedition entrichtet<\/h3>\n<p>Ein Beispiel verdeutlicht dies: Das Unternehmen X hat seinen Sitz in den USA. Dort produziert es Musikinstrumente. Eine Privatperson aus Deutschland bestellt ein Musikinstrument bei X. Es wird vereinbart, dass X alle Einfuhrabgaben bezahlt und die Ware zur Privatperson liefert. X preist dies ein und verschickt die Ware mit einem Spediteur nach Deutschland. Die Spedition meldet die Ware ordnungsgem\u00e4\u00df beim Zoll in Vertretung f\u00fcr X an, entrichtet f\u00fcr X die Einfuhrabgaben (Zoll und Einfuhrumsatzsteuer) und \u00fcbergibt die Ware an die Privatperson.<\/p>\n<h3>Finanzamt will ein zweites Mal Umsatzsteuer<\/h3>\n<p>Einige Wochen sp\u00e4ter erh\u00e4lt X in den USA einen Steuerbescheid der deutschen Finanzverwaltung. Darin steht, das Unternehmen habe weitere Umsatzsteuer in H\u00f6he von 19% zu bezahlen.<\/p>\n<p>Das Unternehmen X geht nun davon aus, dass die Finanzverwaltung einen Fehler gemacht hat, denn es wurde schlie\u00dflich schon einmal beim Import Einfuhrumsatzsteuer bezahlt (aus Sicht der USA liegt ein Export vor, aus Sicht der Z\u00f6llner in der EU ein Import).<\/p>\n<h3>Registrierung und Umsatzsteuererkl\u00e4rung erforderlich<\/h3>\n<p>Jedoch ist es Unternehmen X, das in diesem Beispiel einen Fehler gemacht hat. Es hat eine Regelung im Umsatzsteuergesetz \u00fcbersehen (\u00a7 3 Abs. 8 UStG). Im Zusammenspiel mit anderen Vorschriften dieses Gesetzes besagt diese Regelung, dass das importierende Unternehmen die Umsatzsteuer schuldet, weil es auch die Einfuhrabgaben schuldet.<br \/>\nX h\u00e4tte sich vorab registrieren und nach dem Import eine Umsatzsteuererkl\u00e4rung abgeben m\u00fcssen. So h\u00e4tte es die bezahlte Einfuhrumsatzsteuer als Vorsteuer abziehen k\u00f6nnen. Wirtschaftlich bedeutet dies, dass am Ende X doch nur einmal mit der Umsatzsteuer belastet w\u00fcrde.<\/p>\n<h3>S\u00e4umniszuschl\u00e4ge und Zinsen drohen<\/h3>\n<p>In vielen F\u00e4llen, in denen Unternehmer diese Regelungen \u00fcbersehen haben, entsteht trotz der Abgabe der Umsatzsteuererkl\u00e4rung ein Schaden: S\u00e4umniszuschl\u00e4ge und Zinsen sind zu bezahlen. Auch ein strafrechtliches Verfahren wegen <a href=\"https:\/\/www.winheller.com\/steuerrecht-steuerberatung\/steuerstrafrecht.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>Steuerhinterziehung<\/strong><\/a> (bis zu zehn Jahre Freiheitsstrafe) ist m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Hat die Finanzverwaltung einen Umsatzsteuerbescheid erlassen, wird dieser in aller Regel einen Monat nach der Zustellung bestandskr\u00e4ftig. Das bedeutet, dass der Adressat danach grunds\u00e4tzlich nichts mehr unternehmen kann, auch wenn der Bescheid inhaltlich unzutreffend ist.<\/p>\n<h3>Umsatzsteuererkl\u00e4rung einreichen<\/h3>\n<p>Wenn Sie als Unternehmer Ware nach Deutschland importieren\/exportieren, sollten Sie sich unbedingt mit den zoll- und steuerrechtlichen Vorschriften auseinandersetzen. In F\u00e4llen wie dem oben dargestellten m\u00fcssen Sie sich registrieren und eine Umsatzsteuererkl\u00e4rung abgeben.<\/p>\n<p>Falls Sie Unterst\u00fctzung beim Import und der Versteuerung von Waren brauchen, stehen Ihnen unsere auf Zoll- und Steuerrecht spezialisierten Rechtsanw\u00e4lte gerne zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<p>Weiterlesen:<br \/>\n<a href=\"https:\/\/winheller.com\/blog\/einfuhr-eu-aktive-veredelung\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>Einfuhr von Waren in die EU \u00fcber die aktive Veredelung<\/strong><\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.winheller.com\/steuerrecht-steuerberatung\/zollrecht.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>Leistungen unseres Zollanwalts f\u00fcr Ihr Unternehmen<\/strong><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Alle Unternehmen, die Waren in die EU und im Speziellen nach Deutschland einf\u00fchren, m\u00fcssen entsprechende Einfuhrabgaben entrichten. 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