{"id":7248,"date":"2017-03-10T18:06:54","date_gmt":"2017-03-10T16:06:54","guid":{"rendered":"https:\/\/winheller.com\/blog\/?p=7248"},"modified":"2017-03-10T18:06:54","modified_gmt":"2017-03-10T16:06:54","slug":"dfb-steuernachzahlung-gemeinnuetzigkeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/winheller.com\/blog\/dfb-steuernachzahlung-gemeinnuetzigkeit\/","title":{"rendered":"DFB droht Steuernachzahlung in Millionenh\u00f6he"},"content":{"rendered":"<p>Dem Deutschen Fu\u00dfball-Bund (DFB) droht Ungemach seitens der Finanzbeh\u00f6rden: Recherchen des NDR, WDR und der S\u00fcddeutschen Zeitung haben ergeben, dass das Finanzamt Frankfurt I \u2013 welches f\u00fcr die Verfolgung von Steuerstraftaten zust\u00e4ndig ist \u2013 im Zuge der Sommerm\u00e4rchen-Aff\u00e4re einem Fall von schwerer Steuerhinterziehung nachgeht.<\/p>\n<p>Konkret st\u00fctzen sich die Berichterstattungen auf einen als \u201eZwischenbericht\u201c ausgewiesenen Vermerk des Finanzamtes vom 24.01.2017. Demnach soll der DFB mithilfe von bewussten Fehlbuchungen die R\u00fcckzahlung eines Privatdarlehens in H\u00f6he von 6,7 Millionen Euro zu Unrecht als Kostenbeitrag zur Finanzierung einer nie stattfindenden WM-Gala steuermindernd geltend gemacht haben. Die dadurch drohenden Steuernachzahlungen sollen sich aufgrund der Zinsen und einer nachtr\u00e4glichen <a href=\"https:\/\/www.winheller.com\/gemeinnuetzigkeitsrecht\/aberkennung-gemeinnuetzigkeit.html\" target=\"_blank\"><strong>Aberkennung der Gemeinn\u00fctzigkeit<\/strong><\/a> auf insgesamt 20 bis 25 Millionen Euro belaufen. Den Berichten zufolge k\u00f6nne der entsprechende Steuerbescheid bis Mitte des Jahres zugestellt werden.<\/p>\n<h3>Lizenzeinnahmen w\u00e4ren steuerpflichtig<\/h3>\n<p>Den DFB w\u00fcrde es schwer treffen, sollte er die 6,7 Millionen Euro nun nicht mehr als Betriebsausgabe geltend machen k\u00f6nnen. Doch viel gravierendere Auswirkungen h\u00e4tte f\u00fcr den eingetragenen Verein der Verlust der Gemeinn\u00fctzigkeit: W\u00e4hrend bisher lediglich die Eink\u00fcnfte aus dem wirtschaftlichen Gesch\u00e4ftsbetrieb der K\u00f6rperschafts- und Gewerbesteuer unterworfen wurden, m\u00fcssten nun auch die Eink\u00fcnfte aus den bisher steuerfreien Sph\u00e4ren nachversteuert werden. Beim DFB w\u00fcrde dies insbesondere die Verm\u00f6gensverwaltung betreffen. Die dieser Sph\u00e4re zuzuordnenden Lizenzeinnahmen belaufen sich vermutlich j\u00e4hrlich auf einen zweistelligen Millionenbetrag. Diese Einnahmen m\u00fcssten nun mit 15,825 % K\u00f6rperschaftsteuer und Solidarit\u00e4tszuschlag versteuert werden. Wenn man eine aufgrund des im Jahr 2006 f\u00fcr Frankfurt festgelegten Gewerbesteuerhebesatzes von 490 % zus\u00e4tzlich noch zu zahlende Gewerbesteuer in H\u00f6he von 17,15 % hinzurechnet, ergibt sich eine Gesamtsteuerbelastung von 32,975 %.<\/p>\n<p>Doch damit nicht genug: Der Verlust der Gemeinn\u00fctzigkeit f\u00fchrt zudem dazu, dass viele Einnahmen nun nicht mehr mit dem erm\u00e4\u00dfigten Umsatzsteuersatz von 7 %, sondern mit dem Regelsteuersatz von 19 % anzusetzen w\u00e4ren. Somit lassen sich auch die in den Berichten angesprochenen Nachzahlungen in H\u00f6he von bis zu 25 Millionen Euro erkl\u00e4ren.<\/p>\n<p>Zuletzt steht bei der Aberkennung der Gemeinn\u00fctzigkeit auch immer das Thema <a href=\"?s=Spendenhaftung\" target=\"_blank\"><strong>Spendenhaftung<\/strong><\/a> im Raum. Wer n\u00e4mlich vors\u00e4tzlich oder grob fahrl\u00e4ssig eine unrichtige Zuwendungsbest\u00e4tigung ausstellt oder veranlasst, dass Zuwendungen nicht zu den in der Best\u00e4tigung angegebenen Zwecken verwendet werden, haftet f\u00fcr die dem Fiskus entgangene Steuer, die mit 30 % des zugewendeten Betrags anzusetzen ist.<\/p>\n<h3>Weitere Zuschussr\u00fcckforderungen drohen<\/h3>\n<p>Damit allein sind die auf den DFB zukommenden finanziellen Nachteile vermutlich jedoch noch nicht erledigt: Sollte der gemeinn\u00fctzige Verein Zusch\u00fcsse seitens der \u00f6ffentlichen Hand erhalten haben, die ihm aufgrund des Gemeinn\u00fctzigkeitsstatus gew\u00e4hrt wurden, k\u00e4me eine R\u00fcckforderung von Bund und L\u00e4ndern in Betracht.<\/p>\n<h3>Voraussetzungen der Aberkennung der Gemeinn\u00fctzigkeit<\/h3>\n<p>Den DFB w\u00fcrde die Aberkennung des Gemeinn\u00fctzigkeitsstatus als Folge der vermeintlichen Steuerhinterziehung damit h\u00e4rter treffen als das eigentliche Fehlverhalten. Dies wirft die Frage auf, in welchen F\u00e4llen einer gemeinn\u00fctzigen K\u00f6rperschaft auch nachtr\u00e4glich noch die Steuerverg\u00fcnstigungen entzogen werden d\u00fcrfen.<\/p>\n<p>Bei der Aberkennung der Gemeinn\u00fctzigkeit gilt in Deutschland das sogenannte Alles-oder-Nichts-Prinzip, sodass bereits ein einziger Versto\u00df gegen die gemeinn\u00fctzigkeitsrechtlichen Regeln in dem entsprechenden Jahr den Verlust der Gemeinn\u00fctzigkeit nach sich ziehen kann. Diese Verst\u00f6\u00dfe treten in der Praxis auf vielf\u00e4ltigen Wegen auf. W\u00e4hrend beim DFB die vermeintlich konstruierten Fehlbuchungen ein steuerstrafw\u00fcrdiges Verhalten darstellen, sind in der Praxis von kleineren Vereinen h\u00e4ufig Vorstandsverg\u00fctungen ohne entsprechende Satzungsregelung oder ein Versto\u00df gegen den Selbstlosigkeitsgrundsatz im Falle einer satzungsfremden Mittelverwendung der Grund f\u00fcr den Entzug der Gemeinn\u00fctzigkeit.<\/p>\n<h3>Auswirkungen f\u00fcr den DFB auf weitere Kalenderjahre noch unklar<\/h3>\n<p>Grunds\u00e4tzlich erstreckt sich eine Aberkennung dabei nur auf das jeweilige Kalenderjahr, in dem der Versto\u00df begangen wurde. Sollte sich dieser jedoch \u00fcber mehrere Jahre ausweiten, droht auch der Verlust der Gemeinn\u00fctzigkeit f\u00fcr diese Jahre. Dies k\u00f6nnte auch den DFB betreffen, sofern das Finanzamt nachweisen kann, dass sich die Verantwortlichen in den Folgejahren weiterhin strafw\u00fcrdig verhalten haben. Wenn die neuen Verantwortlichen des DFB von der fehlerhaften Steuererkl\u00e4rung positiv Kenntnis erlangt h\u00e4tten, w\u00e4ren sie zudem nach \u00a7 153 AO zur Berichtigung verpflichtet gewesen. Zuletzt bleibt die Frage, ob aufgrund dieses Sachverhalts Schadensersatzforderungen gegen die ehemaligen Funktion\u00e4re bestehen und dann die aktuellen Vorstandsmitglieder des DFB verpflichtet sind, diese gegen die ehemaligen Funktion\u00e4re durchzusetzen.<\/p>\n<p>Es bleibt also spannend, inwiefern die Berichte zutreffen und welche Auswirkungen der Fall f\u00fcr den DFB noch nach sich ziehen wird.<\/p>\n<p>Sollte auch ihr Verein die Aberkennung der Gemeinn\u00fctzigkeit drohen, stehen Ihnen unsere erfahrenen <strong><a href=\"https:\/\/www.winheller.com\/gemeinnuetzigkeitsrecht.html\" target=\"_blank\">Rechtsanw\u00e4lte f\u00fcr Gemeinn\u00fctzigkeitsrecht<\/a><\/strong> gerne zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<p>Weiterlesen:<br \/>\n<a href=\"was-droht-dfb-aberkennung-gemeinnuetzigkeit\/\" target=\"_blank\"><strong>Was droht dem DFB bei Aberkennung der Gemeinn\u00fctzigkeit?<\/strong><\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.winheller.com\/gemeinnuetzigkeitsrecht\/aberkennung-gemeinnuetzigkeit.html\" target=\"_blank\"><strong>Die Aberkennung der Gemeinn\u00fctzigkeit und ihre Folgeprobleme<\/strong><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dem Deutschen Fu\u00dfball-Bund (DFB) droht Ungemach seitens der Finanzbeh\u00f6rden: Recherchen des NDR, WDR und der S\u00fcddeutschen Zeitung haben ergeben, dass das Finanzamt Frankfurt I \u2013 welches f\u00fcr die Verfolgung von Steuerstraftaten zust\u00e4ndig ist \u2013 im Zuge der Sommerm\u00e4rchen-Aff\u00e4re einem Fall von [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":17,"featured_media":5173,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"om_disable_all_campaigns":false,"_monsterinsights_skip_tracking":false,"_monsterinsights_sitenote_active":false,"_monsterinsights_sitenote_note":"","_monsterinsights_sitenote_category":0,"footnotes":""},"categories":[1900,8],"tags":[1090],"class_list":["post-7248","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-aberkennung-gemeinnuetzigkeit","category-steuerstrafrecht","tag-dfb"],"acf":[],"aioseo_notices":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/winheller.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7248","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/winheller.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/winheller.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/winheller.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/17"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/winheller.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=7248"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/winheller.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7248\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":7250,"href":"https:\/\/winheller.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7248\/revisions\/7250"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/winheller.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/5173"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/winheller.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=7248"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/winheller.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=7248"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/winheller.com\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=7248"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}