{"id":7104,"date":"2017-01-24T11:33:42","date_gmt":"2017-01-24T09:33:42","guid":{"rendered":"https:\/\/winheller.com\/blog\/?p=7104"},"modified":"2022-02-18T15:46:53","modified_gmt":"2022-02-18T13:46:53","slug":"panama-papers-fahndungserfolge","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/winheller.com\/blog\/panama-papers-fahndungserfolge\/","title":{"rendered":"Panama Papers: Erste Fahndungserfolge"},"content":{"rendered":"<p>Anfang April vergangenen Jahres ver\u00f6ffentlichte die S\u00fcddeutsche Zeitung ihren umfangreichen Bericht zu den <a href=\"panama-selbstanzeige\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>Panama Papers<\/strong><\/a> und legte damit zahlreiche Nutzer des Systems von Offshore-Briefkastenfirmen offen. Nachdem die Aufdeckung deutschlandweit f\u00fcr Debatten \u00fcber Steuerhinterziehung und Steueroasen sorgte, wurde es um die Panama Papers in der darauffolgenden Zeit ruhig. Jetzt ver\u00f6ffentlichte NDR-Info (<a href=\"http:\/\/www.ndr.de\/nachrichten\/Panama-Papers-Ermittlungen-gehen-im-Norden-voran,panama220.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>Artikel vom 03.01.2017<\/strong><\/a>)&nbsp;die ersten \u00fcberschaubaren Ermittlungserfolge der Beh\u00f6rden.<\/p>\n<h3>Fahnder in Deutschland ermitteln mit Hochdruck<\/h3>\n<p>Demnach sollen sich als Reaktion auf die Ver\u00f6ffentlichung bundesweit Steuerfahnder zusammengeschlossen haben, um etwaige Steuerstraftaten aufzudecken. Nordrhein-Westfalen, Bayern und Hessen stehen dabei im Fokus der Fahndung. Dieser Zusammenschluss war von erheblicher Bedeutung f\u00fcr das Vorankommen der Ermittlungen, da viele Bundesl\u00e4nder nur auf wenig Erfahrung im Umgang mit dem komplexen System aus Briefkastenfirmen, Offshore-Strukturen und verwobenen Firmengeflechten zur\u00fcckgreifen k\u00f6nnen. Bei ihren Ermittlungen griffen die Fahnder auch auf einen Datensatz zu, der Namen von vermeintlichen Steuerhinterziehern enthalten soll. Der Datensatz wurde durch das Land Nordrhein-Westfalen von einem Insider erworben und mittlerweile mit den anderen Bundesl\u00e4ndern geteilt. Allein in Hamburg ermitteln die Beh\u00f6rden derzeit in insgesamt 43 F\u00e4llen, wovon in zweien bereits Strafverfahren eingeleitet wurden.<\/p>\n<h3>Deutsche Banken im Visier der Ermittler<\/h3>\n<p>Im Ziel der Steuerfahnder stand neben der Ermittlung von vermeintlichen Steuerhinterziehern auch das Durchdringen des dahinterliegenden Gesamtsystems. Dass Banken bei den Panama Papers eine nicht geringf\u00fcgige Rolle spielten, leuchtet ein. Insgesamt 14 deutsche Banken sollen laut Informationen von&nbsp;NDR, WDR und SZ dabei geholfen haben, \u201emehr als 1200 Briefkastenfirmen er\u00f6ffnet zu haben\u201c. Besonders aktiv sollen dabei laut tagesschau.de (<a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/panamapapers-banken-101~_origin-33ffca8f-c428-4ace-8e19-1753d119c75d.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>Artikel vom 13.04.2016<\/strong><\/a>)&nbsp;UBS, die Deutsche Bank und die Commerzbank Briefkastenfirmen an ihre Kunden vermittelt haben. Dabei soll die in Panama ans\u00e4ssige Kanzlei \u201eMossack Fonseca\u201c immer wieder Klienten an deutsche Banken vermittelt haben, die diesen halfen, Briefkastenfirmen in Panama zu er\u00f6ffnen.<\/p>\n<p>Betroffene Banken und die Staatsanwaltschaft hatten sich infolge dessen auf Bu\u00dfgelder in Millionenh\u00f6he verst\u00e4ndigt. Die Vorw\u00fcrfe gegen die renommierte Hamburger Berenberg Bank, die zuvor laut NDR-Info am \u201eengsten mit der Anwaltskanzlei Mossack Fonseca zusammengearbeitet haben\u201c soll, stellten sich indessen als nicht haltbar heraus. Die Staatsanwaltschaft stellte das Verfahren ein.<\/p>\n<h3>Anstrengung der BaFin gering<\/h3>\n<p>Etwas schwerf\u00e4llig hat indes die <a href=\"https:\/\/www.winheller.com\/bankrecht-finanzrecht\/aufsichtsrecht-bafin-lizenz.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>Bankenaufsicht BaFin<\/strong><\/a> ihre Ermittlungsarbeit aufgenommen. Um vermeintliche F\u00e4lle von Geldw\u00e4sche zu untersuchen, hat die BaFin Unterlagen von elf deutschen Banken angefordert, die mit den Panama Gesch\u00e4ften in Verbindung stehen sollen. Allerdings hat die Beh\u00f6rde bis dato mit der Auswertung der Unterlagen noch nicht einmal begonnen. Seit Dezember 2016 sucht die BaFin dazu nach einem externen Dienstleister, der die Auswertung des Datenberges \u00fcbernehmen soll.<\/p>\n<p>Ob die bundesweite Vernetzung der Steuerfahnder und die Reaktion internationaler Gesetzgeber ausreicht, um das Ausnutzen von Steueroasen nachhaltig zu beseitigen oder ob doch nur ein Wechsel des Systems -von einem Kriegsschauplatz zum n\u00e4chsten- stattfinden wird, kann nur die Zeit zeigen.<\/p>\n<p>Unsere <a href=\"https:\/\/www.winheller.com\/steuerrecht-steuerberatung\/steuerstrafrecht.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>erfahrenen Anw\u00e4lte<\/strong><\/a> beraten Sie gerne rund um die Themen Panama Papers und Steuerhinterziehung. Wir freuen uns auf Ihre Kontaktaufnahme!<\/p>\n<p>Weiterlesen:<br \/>\n<a href=\"panama-selbstanzeige\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>Panama Papers: Wettlauf um die Selbstanzeige<br \/>\n<\/strong><\/a><a href=\"https:\/\/www.winheller.com\/steuerrecht-steuerberatung\/steuerstrafrecht\/schaubild-selbstanzeige.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>Steuerstrafrecht: So funktioniert eine Selbstanzeige<\/strong><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Anfang April vergangenen Jahres ver\u00f6ffentlichte die S\u00fcddeutsche Zeitung ihren umfangreichen Bericht zu den Panama Papers und legte damit zahlreiche Nutzer des Systems von Offshore-Briefkastenfirmen offen. 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