{"id":19862,"date":"2024-03-13T17:47:59","date_gmt":"2024-03-13T15:47:59","guid":{"rendered":"https:\/\/winheller.com\/blog\/?p=19862"},"modified":"2024-03-13T17:48:00","modified_gmt":"2024-03-13T15:48:00","slug":"einkuenfte-staking-kapitaleinkuenfte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/winheller.com\/blog\/einkuenfte-staking-kapitaleinkuenfte\/","title":{"rendered":"Eink\u00fcnfte aus Staking von Kryptow\u00e4hrungen: Kapitaleink\u00fcnfte nach \u00a7 20 EStG?"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image is-style-rounded\">\n<figure class=\"alignright size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"400\" height=\"266\" src=\"https:\/\/winheller.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/staking-einkunefte-kapitaleinkuenfte.webp\" alt=\"Staking-Eink\u00fcnfte sind Kapitaleink\u00fcnfte\" class=\"wp-image-19869\" srcset=\"https:\/\/winheller.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/staking-einkunefte-kapitaleinkuenfte.webp 400w, https:\/\/winheller.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/staking-einkunefte-kapitaleinkuenfte-300x200.webp 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Das Bundesfinanzministerium (BMF) vertritt in seinem <strong><a href=\"https:\/\/winheller.com\/blog\/neues-bmf-schreiben-klarheit-kryptobesteuerung\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\" title=\"Neues BMF-Schreiben schafft Klarheit bei der Kryptobesteuerung\">Schreiben vom 10.05.2022<\/a><\/strong> die Auffassung, dass <strong>Eink\u00fcnfte aus dem Staking<\/strong> von Kryptow\u00e4hrungen den <strong>sonstigen Eink\u00fcnften nach \u00a7 22 Nr. 3 EStG<\/strong> zuzuordnen sind, wenn sie nicht einer anderen Einkunftsart zugeordnet werden k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit Staking bezeichnet das BMF dabei das <strong>Hinterlegen <\/strong>(\u201eSperren\u201c) von Coins zum Zweck der Verl\u00e4ngerung der Blockchain, und zwar in einer passiven Art und Weise dergestalt, dass der Anleger nicht selbst einen Node betreibt und als Validator auftritt.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Einordnung des Stakings als Eink\u00fcnfte aus \u00a7 22 Nr. 3 EStG ist aus mehreren Gr\u00fcnden fragw\u00fcrdig. Vielmehr sprechen gute Argumente daf\u00fcr, <strong>Stakingeink\u00fcnfte als Kapitaleink\u00fcnfte gem\u00e4\u00df \u00a7 20 EStG<\/strong> zu behandeln und somit der <strong>Abgeltungsteuer <\/strong>zu unterwerfen. Das kann f\u00fcr den Steuerpflichtigen Vorteile haben, aber auch nachteilig sein.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<iframe loading=\"lazy\" title=\"Staking | Besteuerung | Abgeltungsteuer | Staking in stiller Gesellschaft | Kapitalverm\u00f6gen\" width=\"628\" height=\"353\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/oBE2Z_esYNU?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>\u00a7 22 Nr. 3 EStG ist gegen\u00fcber \u00a7 20 EStG subsidi\u00e4r<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Die Anwendung des \u00a7 22 Nr. 3 EStG scheitert unserer Meinung bereits daran, dass diese Norm ausdr\u00fccklich nur dann einschl\u00e4gig ist, wenn die Eink\u00fcnfte nicht zu einer <strong>anderen Einkunftsart<\/strong> geh\u00f6ren.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00a7 22 Nr. 3 EStG ist somit gegen\u00fcber den anderen Einkunftsarten und damit insbesondere auch gegen\u00fcber \u00a7 20 EStG <strong>subsidi\u00e4r<\/strong>. Wenn Stakingeink\u00fcnfte als Kapitaleink\u00fcnfte im Sinne des \u00a7 20 EStG einzuordnen sind, scheidet eine Anwendung von \u00a7 22 Nr. 3 EStG also von vornherein aus.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Stakingeink\u00fcnfte als Eink\u00fcnfte aus stillen Beteiligungen oder partiarischen Darlehen<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Bei genauerer Betrachtung l\u00e4sst sich das Staking von Kryptow\u00e4hrungen h\u00e4ufig als <strong>stille Beteiligung<\/strong> oder <strong>partiarisches Darlehen<\/strong> im Sinne des \u00a7 20 Abs. 1 Nr. 4 EStG einordnen:<\/p>\n\n\n\n<p>Die \u00dcberlassung von Kryptow\u00e4hrungen an die \u201eBetreiber\u201c des Stakings bzw. an die Validatoren kann als Beteiligung als <strong><a href=\"https:\/\/www.winheller.com\/bankrecht-finanzrecht\/kapitalanlagerecht\/stille-gesellschaft.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\" title=\"stiller Gesellschafter\">stiller Gesellschafter<\/a><\/strong> verstanden werden. Der Anleger stellt seine Kryptow\u00e4hrungen als Einlage zur Verf\u00fcgung, um am Gewinn in Form von Staking Rewards beteiligt zu werden, ohne selbst nach au\u00dfen in Erscheinung zu treten.<\/p>\n\n\n\n<p>Alternativ kann im Staking auch ein sogenanntes<strong><a href=\"https:\/\/www.winheller.com\/bankrecht-finanzrecht\/kapitalanlagerecht\/partiarische-darlehen.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\" title=\" partiarisches Darlehen\"> partiarisches Darlehen<\/a><\/strong> gesehen werden, bei dem die \u00fcberlassenen Kryptow\u00e4hrungen verzinslich zur\u00fcckgezahlt werden, wobei sich die Verzinsung nach dem Erfolg des Unternehmens (hier: der Validierung von Bl\u00f6cken) richtet.<\/p>\n\n\n\n<p>In beiden F\u00e4llen sind die Voraussetzungen des \u00a7 20 Abs. 1 Nr. 4 EStG erf\u00fcllt. Eine Anwendung von \u00a7 22 Nr. 3 EStG scheidet damit unseres Erachtens aus.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Stakingeink\u00fcnfte als sonstige Kapitalertr\u00e4ge gem\u00e4\u00df \u00a7 20 Abs. 1 Nr. 7 EStG<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Dar\u00fcber hinaus k\u00f6nnen Stakingeink\u00fcnfte auch als <strong>sonstige Kapitalertr\u00e4ge<\/strong> gem\u00e4\u00df \u00a7 20 Abs. 1 Nr. 7 EStG eingeordnet werden. Denn der BFH hat Kryptow\u00e4hrungen ausdr\u00fccklich mit Fremdw\u00e4hrungen und sogar gesetzlichen Zahlungsmitteln verglichen.<\/p>\n\n\n\n<p>Und Zinseink\u00fcnfte aus Fremdw\u00e4hrungen fallen unstreitig unter \u00a7 20 Abs. 1 Nr. 7 EStG, w\u00e4hrend Gewinne aus dem Handel mit Fremdw\u00e4hrungen als private Ver\u00e4u\u00dferungsgesch\u00e4fte besteuert werden. \u00dcbertr\u00e4gt man dies auf Kryptow\u00e4hrungen, sind Gewinne aus dem An- und Verkauf von Kryptow\u00e4hrungen gem\u00e4\u00df \u00a7 23 EStG zu besteuern (Haltefrist ein Jahr), Staking Rewards als \u201eZinseink\u00fcnfte\u201c hingegen nach \u00a7 20 Abs. 1 Nr. 7 EStG.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Achtung f\u00fcr HODLer: Verkauf der Coins m\u00f6glicherweise steuerpflichtig<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Noch nicht gekl\u00e4rt ist allerdings, ob die Qualifizierung der Staking Rewards als Kapitaleink\u00fcnfte in steuerlicher Hinsicht <strong>weitere Auswirkungen auf die gestakten Coins<\/strong> selbst hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Logisch zu Ende gedacht, m\u00fcsste f\u00fcr Coins, die f\u00fcr das Staking eingesetzt werden, n\u00e4mlich die steuerliche Systematik des \u00a7 20 EStG insgesamt gelten. Die Ver\u00e4u\u00dferungsgewinne k\u00f6nnten dann nach \u00a7 20 Abs. 2 Nr. 4 oder Nr. 7 EStG steuerpflichtig sein (<strong>Abgeltungsteuer<\/strong>) \u2013 und zwar <strong>unabh\u00e4ngig von einer Haltefrist<\/strong>. Insoweit best\u00fcnde also eine Schlechterstellung gegen\u00fcber nicht gestakten Coins, die nach einem Jahr steuerfrei ver\u00e4u\u00dfert werden k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Vor allem HODLer, die ihre Coins l\u00e4nger halten, w\u00e4ren davon betroffen. <strong>Trader <\/strong>hingegen w\u00e4ren generell bessergestellt: Sowohl ihre laufenden Staking Rewards als auch die Ver\u00e4u\u00dferung der f\u00fcr das Staking eingesetzten Coins selbst unterl\u00e4gen der <strong>Abgeltungsteuer von ca. 25 Prozent<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Stakingeink\u00fcnfte sind als Kapitaleink\u00fcnfte zu versteuern<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Entgegen der Auffassung des BMF sprechen gute Gr\u00fcnde daf\u00fcr, Eink\u00fcnfte aus dem Staking von Kryptow\u00e4hrungen nicht nach \u00a7 22 Nr. 3 EStG, sondern <strong>als Kapitaleink\u00fcnfte gem\u00e4\u00df \u00a7 20 EStG zu besteuern<\/strong>. Sie sind entweder als Eink\u00fcnfte aus stillen Beteiligungen bzw. partiarischen Darlehen nach \u00a7 20 Abs. 1 Nr. 4 EStG oder als sonstige Kapitalertr\u00e4ge gem\u00e4\u00df \u00a7 20 Abs. 1 Nr. 7 EStG einzuordnen. Eine Ungleichbehandlung gegen\u00fcber \u201eklassischen\u201c Kapitaleink\u00fcnften w\u00e4re verfassungsrechtlich problematisch. Es bleibt abzuwarten, ob sich diese Sichtweise in Rechtsprechung und Verwaltungspraxis durchsetzen wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Sie haben Fragen zum Thema Staking und Besteuerung der Staking Rewards? <strong><a href=\"https:\/\/forms.office.com\/Pages\/ResponsePage.aspx?id=wKlumibzxECUzr4Ky_coIIPKPnQpgU1Ck3cVvG-JAFRUM0pJSkxKQ1Q2U0NEODVLVDdZRjVLVFczRSQlQCN0PWcu&amp;wdLOR=c879F6ADF-109E-40D3-9620-1E9227C40EE7\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\" title=\"Melden Sie sich\">Melden Sie sich<\/a><\/strong> gerne jederzeit bei uns.<\/p>\n\n\n\n<p>Weiterlesen:<br><strong><a href=\"https:\/\/www.winheller.com\/bankrecht-finanzrecht\/bitcointrading\/bitcoinundsteuer\/besteuerung-von-staking\/rocket-pool-staking.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\" title=\"Besteuerung von Pool Staking und Liquidity Staking\">Besteuerung von Pool Staking und Liquidity Staking<\/a><\/strong><br><strong><a href=\"https:\/\/winheller.com\/blog\/unerwartete-airdrops-steuerfrei\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\" title=\"Unerwartete Airdrops k\u00f6nnen steuerfrei sein\">Unerwartete Airdrops k\u00f6nnen steuerfrei sein<\/a><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Bundesfinanzministerium (BMF) vertritt in seinem Schreiben vom 10.05.2022 die Auffassung, dass Eink\u00fcnfte aus dem Staking von Kryptow\u00e4hrungen den sonstigen Eink\u00fcnften nach \u00a7 22 Nr. 3 EStG zuzuordnen sind, wenn sie nicht einer anderen Einkunftsart zugeordnet werden k\u00f6nnen. 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