{"id":1846,"date":"2012-01-03T16:44:00","date_gmt":"2012-01-03T15:44:00","guid":{"rendered":"http:\/\/nonprofitlawyer.wordpress.com\/?p=1846"},"modified":"2020-07-30T12:05:45","modified_gmt":"2020-07-30T10:05:45","slug":"doppelstiftungsmodelle-im-rahmen-der-unternehmensnachfolge-schutz-vor-pflichtteilsanspruchen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/winheller.com\/blog\/doppelstiftungsmodelle-im-rahmen-der-unternehmensnachfolge-schutz-vor-pflichtteilsanspruchen\/","title":{"rendered":"Doppelstiftungsmodelle im Rahmen der Unternehmensnachfolge: Schutz vor Pflichtteilsanspr\u00fcchen"},"content":{"rendered":"<p><strong>Beg\u00fcnstigt durch den demographischen Wandel wird in Deutschland in den n\u00e4chsten Jahren mehr Verm\u00f6gen vererbt als jemals zuvor. Stiftungsgestaltungen sind geradezu pr\u00e4destiniert, f\u00fcr die dabei auftretenden rechtlichen Problemfelder L\u00f6sungen anzubieten. Dies gilt insbesondere auch f\u00fcr den Bereich der Unternehmensnachfolge, wie ein aktuelles Urteil des BFH beweist. In dem vom BFH entschiedenen Fall f\u00fchrte ein individuell angepasstes Doppelstiftungsmodell dazu, dass der auf den Tod bedingte Verm\u00f6gens\u00fcbergang aus dem Nachlass fiel und Pflichtteilsanspr\u00fcchen nicht ausgesetzt war.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr eine erb- und steuerrechtlich optimierte Unternehmensnachfolge bieten sich h\u00e4ufig sog. Doppelstiftungsmodelle an. Dabei wird im Ergebnis ein gro\u00dfer Teil der Unternehmenskontrolle einer Familienstiftung \u00fcberantwortet, wohingegen entscheidende Kapitalanteile erb- und schenkungssteuerfrei einer gemeinn\u00fctzigen Stiftung \u00fcbertragen werden. Diesen Leitlinien war wohl auch der Suhrkamp-Verleger Siegfried Unseld gefolgt, als er 2001 eine Familienstiftung als Alleinerbin einsetzte. Zugleich \u00fcbertrug er seiner gemeinn\u00fctzigen Stiftung Unterbeteiligungen an den Verlagsgesellschaften von jeweils 30%, jedoch aufschiebend bedingt auf seinen Tod.<\/p>\n<p>Dennoch geh\u00f6rten die Unterbeteiligungen nicht mehr zum Nachlass, wie der BGH nun entschied und damit zugleich Pflichtteilsanspr\u00fcche des Sohnes aus erster Ehe ablehnte. F\u00fcr das Gericht waren die Schenkungen bereits in 2001 mit Abschluss der Vertr\u00e4ge vollzogen. Die Unterbeteiligungen waren mithin durch Schenkungen unter Lebenden und nicht mittels Verf\u00fcgungen von Todes wegen \u00fcbertragen worden.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify; background: #d9d9d9 0 50%;\"><span style=\"text-decoration: underline;\"><span style=\"font-size: 9pt;\">Hinweis<\/span><\/span>: Ob eine Verf\u00fcgung von Todes wegen oder eine Schenkung unter Lebenden vorliegt, macht zivilrechtlich einen gro\u00dfen Unterschied. Nach neuer Rechtslage ist mit jedem Jahr nach einer Schenkung unter Lebenden das \u00fcbertragene Verm\u00f6gen zu einem gr\u00f6\u00dferen Anteil dem Zugriff von Pflichtteilsberechtigten entzogen und nach 10 Jahren endg\u00fcltig nicht mehr erreichbar.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\"><span lang=\"EN-US\" style=\"font-size: 8pt;\"><a href=\"https:\/\/www.winheller.com\/files\/bgh__pressemitteilung_188-2011_zum_urteil_v._29.11.2011__az._ii_zr_306-09.pdf\">BGH, Pressemitteilung 188\/2011 zum Urteil v. 29.11.2011, Az. II ZR 306\/09.<\/a><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Beg\u00fcnstigt durch den demographischen Wandel wird in Deutschland in den n\u00e4chsten Jahren mehr Verm\u00f6gen vererbt als jemals zuvor. Stiftungsgestaltungen sind geradezu pr\u00e4destiniert, f\u00fcr die dabei auftretenden rechtlichen Problemfelder L\u00f6sungen anzubieten. 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