{"id":1725,"date":"2011-10-04T15:48:05","date_gmt":"2011-10-04T14:48:05","guid":{"rendered":"http:\/\/nonprofitlawyer.wordpress.com\/?p=1725"},"modified":"2013-11-26T14:13:14","modified_gmt":"2013-11-26T12:13:14","slug":"finanzamt-darf-liechtensteinisches-stiftungsvermogen-schatzen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/winheller.com\/blog\/finanzamt-darf-liechtensteinisches-stiftungsvermogen-schatzen\/","title":{"rendered":"Finanzamt darf liechtensteinisches Stiftungsverm\u00f6gen sch\u00e4tzen"},"content":{"rendered":"<p><strong>Das FG Baden-W\u00fcrttemberg hat wegen fehlender Angaben eines Steuerpflichtigen dessen Stiftungsverm\u00f6gen in Liechtenstein auf etwa 1,5 Mio. Euro gesch\u00e4tzt und auf dieser Grundlage die Steuerschuld berechnet. Die Revision ist vom BFH nicht zugelassen worden. Die Luft f\u00fcr steuerunehrliche Stifter mit ausl\u00e4ndischen Stiftungskonstruktionen wird damit immer d\u00fcnner.<\/strong> <\/p>\n<p style=\"text-align:justify;\">Sowohl die Zuwendung von Verm\u00f6gen an eine ausl\u00e4ndische Privatstiftung als auch der sp\u00e4tere Zufluss von Aussch\u00fcttungen sind in Deutschland grunds\u00e4tzlich steuerpflichtig. Zum Teil werden das Einkommen und das Verm\u00f6gen einer  ausl\u00e4ndischen Stiftung dem deutschen Stifter sogar trotz fehlender Aussch\u00fcttung zugerechnet (vgl. \u00a7 15 AStG). Aufgrund der eingeschr\u00e4nkten Ermittlungsm\u00f6glichkeiten deutscher Steuerbeh\u00f6rden in Steueroasen-L\u00e4ndern konnten Stifter in der Vergangenheit jedoch h\u00e4ufig darauf vertrauen, dass die Steueranspr\u00fcche ohne ihre Mitwirkung ins Leere liefen \u2013 ein El Dorado f\u00fcr Steuerkriminelle. Der deutsche Fiskus zieht zwischenzeitlich aber die Z\u00fcgel an. Neben den pressewirksamen F\u00e4llen des Ankaufs von Steuerdaten setzt er dabei vor allem auf einen verst\u00e4rkten Informationsaustausch mit den betreffenden Staaten (zum Informationsaustausch bei \u00f6sterreichischen Privatstiftungen, siehe <a href=\"http:\/\/nonprofitlawyer.wordpress.com\/2011\/06\/21\/steuerrechtlicher-informationsaustausch-verbessert-%e2%80%93-abschied-von-der-osterreichischen-privatstiftung\/\" target=\"_blank\">hier<\/a>).<\/p>\n<p>Mit dem aktuellen Beschluss st\u00e4rkt der BFH einem weiteren Mittel zur Einkommensermittlung den R\u00fccken: der Sch\u00e4tzung. Das erstinstanzliche Finanzgericht hatte aufgrund von Erfahrungen der Steuerfahndung gefolgert, dass die Gr\u00fcndung und Verwaltung einer Stiftung in Liechtenstein angesichts der damit verbundenen Kosten nur bei Anlagen ab etwa 1,5 Mio. Euro sinnvoll sei. Der BFH lies dies gelten.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align:justify;background:#d9d9d9 0 50%;\"><span style=\"text-decoration:underline;\"><span style=\"font-size:9pt;\">Hinweis<\/span><\/span><span>: Stifter von bisher nicht deklariertem ausl\u00e4ndischem Stiftungsverm\u00f6gen k\u00f6nnen nicht l\u00e4nger auf einen guten Ausgang hoffen. Sobald den Finanzbeh\u00f6rden nur Anhaltspunkte f\u00fcr die Existenz einer entsprechenden Stiftung bekannt werden, k\u00f6nnen sie bei nicht kooperationswilligen Steuerpflichtigen die Bemessungsgrundlage sch\u00e4tzen. Zugleich ist ab diesem Zeitpunkt das Fenster zur strafbefreienden Selbstanzeige verschlossen. Ist dann von einem Steuerschaden von 100.000 Euro oder mehr auszugehen, droht eine Freiheitsstrafe.<\/span><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align:justify;\"><span style=\"font-size:8pt;\" lang=\"EN-US\"><a href=\"https:\/\/www.winheller.com\/files\/bfh__beschluss_vom_27.06.2011__az_viii_b_22-10__nv_.pdf\">BFH, Beschluss v. 27.06.2011, Az. VIII B 22\/11.<\/a><\/p>\n<p><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das FG Baden-W\u00fcrttemberg hat wegen fehlender Angaben eines Steuerpflichtigen dessen Stiftungsverm\u00f6gen in Liechtenstein auf etwa 1,5 Mio. Euro gesch\u00e4tzt und auf dieser Grundlage die Steuerschuld berechnet. Die Revision ist vom BFH nicht zugelassen worden. 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