{"id":1665,"date":"2011-07-27T18:26:43","date_gmt":"2011-07-27T17:26:43","guid":{"rendered":"http:\/\/nonprofitlawyer.wordpress.com\/?p=1665"},"modified":"2016-10-27T17:18:56","modified_gmt":"2016-10-27T15:18:56","slug":"medikamentenlieferung-durch-krankenhausapotheken-an-ambulante-patienten-umsatzsteuerfrei","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/winheller.com\/blog\/medikamentenlieferung-durch-krankenhausapotheken-an-ambulante-patienten-umsatzsteuerfrei\/","title":{"rendered":"Medikamentenlieferung durch Krankenhausapotheken an ambulante Patienten umsatzsteuerfrei"},"content":{"rendered":"<p><strong>Nach dem Urteil des FG M\u00fcnster kann die Medikamentenabgabe durch Krankenhausapotheken an ambulante Patienten von der Umsatzsteuer befreit sein. Das Gericht widerspricht damit der bisherigen Verwaltungsauffassung. Insbesondere bei der Abgabe von Zytostatika zur ambulanten Behandlung von Krebspatienten sollten sich betroffene Krankenh\u00e4user vorl\u00e4ufig auf das Urteil berufen und noch nicht bestandskr\u00e4ftige Umsatzsteuerbescheide offen halten. Das letzte Wort hat allerdings der BFH.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Obgleich das Urteil noch zur alten Rechtslage erging, tr\u00e4gt die Begr\u00fcndung auch im Rahmen der neuen Befreiungsvorschriften. Denn nach \u00a7 4 Nr. 16 b) UStG a.F. waren bei grunds\u00e4tzlich von der Umsatzsteuer befreiten Krankenh\u00e4usern auch die eng mit dem Betrieb des Krankenhauses verbundenen Ums\u00e4tze von der Steuer zu befreien. \u00a7 4 Nr. 14 UStG n.F. macht die grunds\u00e4tzliche Umsatzsteuerbefreiung nun zwar von der sozialrechtlichen Zulassung des Krankenhauses abh\u00e4ngig (die Rechtm\u00e4\u00dfigkeit dieser Einschr\u00e4nkung <a href=\"http:\/\/nonprofitlawyer.wordpress.com\/2011\/07\/01\/umsatzsteuerfreiheit-fur-private-krankenhauser\/\" target=\"_blank\">wird bezweifelt<\/a> und muss abschlie\u00dfend durch den BFH beurteilt werden). Unter dieser Voraussetzung sind aber die eng mit der Krankenhausbehandlung verbundenen Ums\u00e4tze weiterhin steuerfrei zu stellen.<\/p>\n<p>Hier setzt das aktuelle Urteil des FG M\u00fcnster an. Das Gericht ist der Auffassung, dass die Belieferung ambulanter Krebspatienten mit Zytostatika einen eng mit den Krankenhausbehandlungen verbundenen Umsatz darstelle, da sie als Nebenleistung zur Krebstherapie erbracht werde. Die Abgabe sei gerade nicht im Wesentlichen dazu bestimmt, dem Krankenhaus zus\u00e4tzliche Einnahmen durch eine T\u00e4tigkeit zu verschaffen, die in unmittelbarem Wettbewerb zu \u00f6ffentlichen Apotheken stehe. Dass die Abgabe von Zytostatika tats\u00e4chlich zu erheblichen Einnahmen f\u00fcr das Krankenhaus f\u00fchrte, war daher unerheblich, die entsprechenden Ums\u00e4tze steuerfrei.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify; background: #d9d9d9 0 50%;\"><span style=\"text-decoration: underline;\"><span style=\"font-size: 9pt;\">Hinweis<\/span><\/span>: Die Finanzverwaltung st\u00fctzt sich bisher noch auf Abschnitt 4.14.6 Abs. 3 des UStAE. Nach dessen Nr. 2 und 3 ist von der Umsatzsteuerbefreiung die Belieferung anderer Krankenh\u00e4user oder ehemaliger Patienten ausgeschlossen (vgl. den <a href=\"http:\/\/nonprofitlawyer.wordpress.com\/2010\/04\/28\/steuerpflichtige-abgabe-von-arzneimitteln-durch-krankenhausapotheken\/\" target=\"_blank\">Erlass des BayLfSt<\/a>), was zumindest f\u00fcr den ersten Fall auch bereits vom BFH best\u00e4tigt wurde. Nr. 4 der Vorschrift schlie\u00dft au\u00dferdem eine Befreiung der Medikamentenabgabe an ambulante Patienten generell aus. Nach dem aktuellen Urteil d\u00fcrfte dies nicht mehr haltbar sein \u2013 vorausgesetzt, der BFH schlie\u00dft sich der Auffassung des FG M\u00fcnster an.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\"><span lang=\"EN-US\" style=\"font-size: 8pt;\"><a href=\"https:\/\/www.winheller.com\/files\/fg_muenster__urteil_vom_12.05.2011__az._5_k_435_09_u.pdf\">FG M\u00fcnster, Urteil v. 12.05.2011, 5 K 435\/09 U.<\/a><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach dem Urteil des FG M\u00fcnster kann die Medikamentenabgabe durch Krankenhausapotheken an ambulante Patienten von der Umsatzsteuer befreit sein. Das Gericht widerspricht damit der bisherigen Verwaltungsauffassung. 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