{"id":14047,"date":"2021-07-13T21:55:22","date_gmt":"2021-07-13T19:55:22","guid":{"rendered":"https:\/\/winheller.com\/blog\/?p=14047"},"modified":"2023-05-30T15:51:11","modified_gmt":"2023-05-30T13:51:11","slug":"digitale-zeugnisse-und-blockchain","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/winheller.com\/blog\/digitale-zeugnisse-und-blockchain\/","title":{"rendered":"Digitale Zeugnisse und Blockchain \u2013 eine datenschutzrechtliche Herausforderung"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/winheller.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Digitale-Zeugnisse-und-Blockchain.jpeg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-14068 size-full\" src=\"https:\/\/winheller.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Digitale-Zeugnisse-und-Blockchain.jpeg\" alt=\"\" width=\"400\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/winheller.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Digitale-Zeugnisse-und-Blockchain.jpeg 400w, https:\/\/winheller.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Digitale-Zeugnisse-und-Blockchain-300x225.jpeg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><\/a>Heute finden die meisten Bewerbungsprozesse digital statt. Die Bewerbungsunterlagen werden per Mail versandt oder in speziellen Bewerbungsmasken hochgeladen. Zeugnisse m\u00fcssen zu diesem Zweck von den Bewerbern fotografiert oder gescannt werden. Dieses Vorgehen ist zwar praktisch, birgt jedoch einige Risiken: Durch <strong>Qualit\u00e4tsverluste<\/strong> und <strong>mangelnde \u00dcberpr\u00fcfbarkeit<\/strong> <strong>des&nbsp;<\/strong><strong>Originals<\/strong> steigt das <strong>Risiko von Manipulationen<\/strong>. Um dem entgegenzuwirken und gleichzeitig die Vorteile eines digitalen Bewerbungsprozesses zu ber\u00fccksichtigen, m\u00fcssen<strong> ab Anfang 2023<\/strong> bundesweit <strong>digitale Schulzeugnisse <\/strong>zum Einsatz kommen. Diese sollen auf der <a href=\"https:\/\/www.winheller.com\/bankrecht-finanzrecht\/bitcointrading.html\"><strong>Blockchain-Technologie<\/strong><\/a> basieren und bereits diesen Sommer in einigen Bundesl\u00e4ndern erprobt werden.<\/p>\n<h2><strong>Zentrale Herausforderungen<\/strong><strong> f\u00fcr digitale Schulzeugnisse<\/strong><\/h2>\n<p>Hintergrund dieses Vorhabens ist das <strong>Onlinezugangsgesetz<\/strong> (OZG), welches Bund, L\u00e4nder und Kommunen dazu verpflichtet, ihre Verwaltungsleistungen <strong>bis Ende 2022 <\/strong>auch <strong>digital<\/strong> anzubieten. F\u00fcr die Bereitstellung von digitalen Zeugnissen ergeben sich dabei besondere Herausforderungen:<\/p>\n<ul>\n<li>Das digitale Angebot soll <strong>Arbeits- und Zeitaufwand<\/strong> seitens der Beh\u00f6rden und der Bewerbungsstelle <strong>verringern<\/strong>.<\/li>\n<li>Manipulationen sollen verhindert und <a href=\"https:\/\/www.winheller.com\/wirtschaftsrecht\/datenschutzrecht.html\"><strong>datenschutzrechtliche Anforderungen<\/strong><\/a>&nbsp;erf\u00fcllt werden.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Um diese Herausforderungen zu bew\u00e4ltigen, soll das Verfahren zur Bereitstellung der Zeugnisse und deren \u00dcberpr\u00fcfbarkeit auf der Blockchain-Technologie aufgebaut werden.<\/p>\n<h2><strong>Wie sieht die technische Umsetzung mit der Blockchain-Technologie aus?<\/strong><\/h2>\n<p>Zur Umsetzung sollen Schulen die <strong>Zeugnisse als PDF <\/strong>erfassen und an das <strong>Zeugnissystem der Bundesdruckerei <\/strong>\u00fcbermitteln. Dort wird das Dokument mir einer <strong>digitalen Signatur<\/strong> versehen. Diese Pr\u00fcfsummen bzw. der \u201eHash-Wert\u201c wird gemeinsam mit der Identit\u00e4t der ausstellenden Institution auf einer <strong>Blockchain gespeichert<\/strong>. Anschlie\u00dfend wird das Dokument samt Signatur an den Aussteller zur\u00fcck \u00fcbermittelt und der Sch\u00fclerin oder dem Sch\u00fcler als unbegrenzter Download zur Verf\u00fcgung gestellt.<\/p>\n<p>Die <strong>Blockchain<\/strong> wird hingegen auf den Servern einer bundeseigenen Genossenschaft von IT-Dienstleistern gespeichert. Bei einer Bewerbung kann eine Hochschule oder ein Arbeitgeber schlie\u00dflich die Signatur \u00fcber eine spezielle Pr\u00fcfstelle bei der Bundesdruckerei mit dem Wert aus der Blockchain abgleichen und dadurch das <strong>Zeugnis validieren<\/strong>. Durch den <strong>Einsatz einer Blockchain <\/strong>lassen sich zudem <strong>Manipulationen<\/strong> an dem Zeugnis <strong>verhindern<\/strong>.<\/p>\n<h2><strong>Welche besonderen datenschutzrechtliche Anforderungen bestehen f\u00fcr digitale Schulzeugnisse?<\/strong><\/h2>\n<p>Vor allem die Umsetzung der Datenschutzanforderungen stellt \u2013 besonders durch die Einbeziehung der Blockchain-Technologien \u2013 eine spezifische Herausforderung dar: So handelt es sich etwa bei den Angaben auf den Zeugnissen um <strong>personenbezogene Daten<\/strong>, weil sie auf eine nat\u00fcrliche Person verweisen und sich diese somit identifizieren l\u00e4sst. Die Verarbeitung personenbezogener Daten darf allerdings nur <strong>in \u00dcbereinstimmung mit der<\/strong> <strong>DSGVO<\/strong> erfolgen. Zwar versichert die Bundesdruckerei, ihre Anwendung sei Datenschutzkonform, erl\u00e4utert deren konkreten <strong>Ausgestaltung<\/strong> jedoch nur <strong>vage<\/strong>. Dabei kommt es f\u00fcr die Datenschutzkonformit\u00e4t ganz besonders auf die Details der Ausgestaltung an: Denn w\u00e4hrend die <strong>Blockchain dezentral organisiert<\/strong> ist, geht die <strong>DSGVO<\/strong> von einem oder <strong>einzelnen Verantwortlichen <\/strong>aus. Diese sind dann auch Hauptadressaten datenschutzrechtlicher Verpflichtungen.<\/p>\n<p>Vorliegend kommen sowohl Schule, Bundesdruckerei, Genossenschaft als auch Arbeitgeber mit den Daten des Verifizierungsprozesses in Kontakt. Welche datenschutzrechtliche Rolle sie dabei spielen, ob sie <strong>Verantwortlicher<\/strong>, <strong>Auftragsverarbeiter<\/strong> oder <strong>Empf\u00e4nger<\/strong> im Sinne der DSGVO sind, wird sich erst bei der konkreten Ausgestaltung zeigen. Nur aus dieser Einordnung ergeben sich schlie\u00dflich die Anforderungen an eine datenschutzkonforme Umsetzung.<\/p>\n<h2><strong>Gr\u00fcndliche<\/strong><strong> datenschutzrechtliche \u00dcberpr\u00fcfung notwendig<\/strong><\/h2>\n<p>Schon zuvor haben einzelne staatliche Stellen (z.B. die Technische Hochschule L\u00fcbeck) Projekte zu digitalen, auf Blockchain-Technologie basierenden, Zeugnissen umgesetzt. Durch das OZG sollen diese <strong>bis 2023<\/strong> auch <strong>f\u00fcr s\u00e4mtliche Schulen <\/strong>umgesetzt werden. Andere Zeugnis-\/Verifizierungsverfahren werden folgen. Da es sich stets um personenbezogene Daten handelt, m\u00fcssen datenschutzrechtliche Erw\u00e4gungen bereits in der fr\u00fchen Konzeptionsphase ber\u00fccksichtigt werden (\u201cprivacy by design\u201d).<\/p>\n<h2><strong>WINHELLER ber\u00e4t Sie umfassend zur Blockchain-Technologie<\/strong><\/h2>\n<p>Konkret wird es darauf ankommen, welche datenschutzrechtliche Rolle die einzelnen Akteure in der Verarbeitung einnehmen und wie die Betroffenenrechte umgesetzt werden k\u00f6nnen. Gerne unterst\u00fctzen wir Sie bei s\u00e4mtlichen Vorhaben rund um den Einsatz der Blockchain-Technologie.<\/p>\n<p>Weiterlesen:<br \/>\n<a href=\"https:\/\/winheller.com\/blog\/blockchaintechnologie-bankgeschaeft\/\"><strong>Blockchaintechnologie zieht in Bankgesch\u00e4fte ein<\/strong><\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.winheller.com\/bankrecht-finanzrecht\/bitcointrading.html\"><strong>Bitcoin, Blockchain und virtuelle W\u00e4hrungen<\/strong><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute finden die meisten Bewerbungsprozesse digital statt. Die Bewerbungsunterlagen werden per Mail versandt oder in speziellen Bewerbungsmasken hochgeladen. Zeugnisse m\u00fcssen zu diesem Zweck von den Bewerbern fotografiert oder gescannt werden. 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