info@winheller.com+49 (0)69 76 75 77 80 Mo. - Fr. von 8 bis 20 Uhr, Sa. von 8 bis 17 Uhr
Persönliche Termine nach Vereinbarung

Kryptobörsen im Ausland: Bußgeldrisiko für viele Kryptoinvestoren

Ein Großteil der Kryptobörsen (unter anderem Kraken, Binance und Coinbase) haben ihren Sitz im Ausland. Auf diesen Umstand sollten Kryptoinvestoren besonders achten, da aufgrund der Außenwirtschaftsverordnung (AWV) in gewissen Fällen Meldepflichten bestehen können. Kommt man diesen Meldepflichten nicht nach, müssen Kryptoinvestoren mit hohen Bußgeldern rechnen.

Meldepflichten aufgrund der Außenwirtschaftsverordnung (AWV)

Sowohl Unternehmen als auch Privatpersonen unterliegen für Zahlungstransaktionen ins Ausland gewissen Meldepflichten nach der AWV. Diese müssen sie innerhalb bestimmter Fristen gegenüber der Deutschen Bundesbank abgeben. Sinn und Zweck ist es, durch die Meldungen den Außenwirtschaftsverkehr nachvollziehen zu können und dadurch eine Zahlungsbilanz der Bundesrepublik Deutschland und der Europäischen Währungsunion zu erstellen.

Kryptoinvestoren können Meldepflichten unterliegen

Auch Kryptoinvestoren müssen unter Umständen Kryptotransaktionen der Deutschen Bundesbank melden. Liegt die Handelsbörse im Ausland und kauft bzw. verkauft jemand Kryptowährungen, beispielsweise Bitcoin (BTC) oder Ethereum (ETH), kann dies eine Meldepflicht nach der AWV auslösen.

Voraussetzung hierfür ist, dass der Kauf bzw. Verkauf der Kryptowährungen die Grenze von 12.500 Euro überschreitet.

Kryptotrades hingegendie auf der Handelsplattform durchgeführt werden, unterliegen nicht der Meldepflicht. Dies gilt unabhängig auch für den Fall, dass sie 12.500 Euro übersteigen. Eine Meldepflicht wäre angesichts der potenziellen Vielzahl an Meldungen und des Sinns und Zwecks der AWV nicht förderlich.

Kostenloses White Paper für private Kryptoinvestoren

Bitcoin und Steuern leicht gemacht! Auf insgesamt 28 Seiten informiert der „Crypto Steuer Guide“ von ACCOINTING & WINHELLER u.a. zu Haltefristen, Höhe der Besteuerung, private Investorengemeinschaften sowie zur Steueroptimierung von Kryptogewinnen.

JETZT LESEN!

Drohende Bußgelder bei Verletzung von Meldepflichten

Wer seinen Meldepflichten fahrlässig oder vorsätzlich überhaupt nicht, nicht korrekt oder nicht rechtzeitig nachkommt, muss mit einem Bußgeld von bis zu 30.000 Euro rechnen. Es ist daher wichtig, sich mit den Meldepflichten nach der AWV auseinanderzusetzen. Zwar dürfte die Thematik dem Durchschnitts-Kryptoinvestor nicht zwingend bekannt sein, die Unkenntnis schützt in der Regel allerdings nicht vor den Bußgeldern, da auch fahrlässiges Vorgehen unter Strafe gestellt wird.

Selbstanzeige bei Verstoß möglich

Liegt ein fahrlässiger Verstoß gegen Meldepflichten des AWV vor, haben Kryptoinvestoren die Möglichkeit einer sanktionsbefreienden Selbstanzeige. Für vorsätzlich begangene Verstöße ist eine wirksame Selbstanzeige hingegen nicht möglich. Da der Grad zwischen Fahrlässigkeit und Vorsatz nicht einfach zu bestimmen ist und auch noch weitere Voraussetzungen für die Wirksamkeit der Selbstanzeige vorliegen müssen, ist im Falle der Selbstanzeige das Hinzuziehen eines Experten besonders ratsam.

WINHELLER berät Sie gerne bei Ihren Kryptovorgängen

Sind Sie sich nicht sicher, ob Ihre Kryptovorgänge gemäß der AWV meldepflichtig sind? Benötigen Sie Hilfe bei der Erstellung einer ordnungsgemäßen Meldung an die Deutsche Bundesbank? Oder spielen Sie mit dem Gedanken eine Selbstanzeige in die Wege zu leiten? Gerne stehen wir Ihnen bei Ihrem Vorhaben mit Rat und Tat zur Seite.

Weiterlesen:
Auszahlung von Kryptogewinnen: Geldwäscheverdachtsmeldung und Herkunftsnachweis
Bitcoin, Blockchain und virtuelle Währungen

Philipp Hornung

Philipp Hornung

Rechtsanwalt Philipp Hornung ist im steuerrechtlichen Dezernat von WINHELLER tätig. Am Hauptstandort in Frankfurt am Main berät er Unternehmen, Nonprofit-Organisationen und vermögende Privatpersonen zu allen steuerlichen Fragestellungen. Spezialisiert ist er daneben auf die Bereiche kryptographische Währungen und Blockchain-Technologie.

>> Zum Profil

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

WINHELLER-Blog via Newsletter

Abonnieren Sie unsere kostenlosen Newsletter und erhalten Sie regelmäßig die wichtigsten Beiträge aus dem Wirtschafts- und/oder Gemeinnützigkeitsrecht bequem per E-Mail. Wählen Sie einfach Ihren Wunschnewsletter aus. (Pflichtfelder sind mit * markiert).

German Business Law News (4x jährlich)
Nonprofitrecht aktuell (1x im Monat)
Ich möchte den oder die ausgewählten Newsletter abonnieren und erteile zu diesem Zwecke meine Einwilligung in die Verarbeitung meiner oben angegebenen Daten durch WINHELLER. Die „Hinweise zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletter-Abonnements“ habe ich gelesen.
Mir ist bekannt, dass ich meine erteilte Einwilligung jederzeit mit Wirkung für die Zukunft durch Betätigung des Abmeldebuttons innerhalb des Newsletters widerrufen kann. *