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Helium-Mining: Krypto-Mining über Funk

Sind Steuern auf Kryptowährungen verfassungswidrig?Insbesondere durch den Bitcoin (BTC) wurde das sogenannte Mining (dt.: „schürfen“) in der Krypto-Szene bekannt. Nutzer des Minings bekommen als Gegenleistung für eine erbrachte Rechenleistung Anteile von BTC ausgezahlt. Die Rechenleistung ist dabei nötig, um das Blockchain-System aufrechtzuerhalten. Der große Nachteil hierbei ist, dass die nötige Rechenleistung für das Schürfen der Bitcoins mit sehr hohen Stromkosten verbunden ist.

So funktioniert Helium-Mining

Eine gänzlich andere Form als das klassische Mining stellt das Helium-Mining dar. Hierbei erfolgt das Mining über Funk und kostet damit viel weniger Strom. Helium-Mining macht das Betreiben von sogenannten Hotspots attraktiv, indem es an die Betreiber von Hotspots eine Kryptowährung (Helium, kurz HNT) ausschüttet. Ein solcher Hotspot wird durch Kauf und Aufstellung eines speziellen Gerätes eröffnet. Da Helium eine größtmögliche Netzabdeckung erreichen will, werden Betreiber von Hotspots vor allem dann belohnt, wenn Geräte an verschiedenen Standorten platziert werden. Im Gegensatz dazu werden „klassische“ Miningfarmen, welche viele Geräte auf engem Raum erfordern, durch den Algorithmus bei der Generierung von Helium bestraft. Eine lukrative Möglichkeit für Kryptoinvestoren ist es, Geräte zu erwerben und anschließend bei Bekannten, Freunden und Familie möglichst breit aufzustellen. Auch ist eine Platzierung des Geräts bei fremden Dritten denkbar.

Besteuerung von Helium-Mining bisher nicht geklärt

Die Besteuerung von Gewinnen aus Mining ist bislang ungeklärt. In Betracht kommt eine Einordnung unter die sonstigen Einkünfte (§ 22 Nr. 3 EStG) oder unter gewerbliche Einkünfte (§ 15 EStG).

Eine Einordnung unter die sonstigen Einkünfte hat für alle Kryptoinvestoren den steuerlichen Vorteil, dass lediglich der Zuflusswert (Wert der neu geschaffenen HNT) der Kryptowährungen mit dem persönlichen Einkommenssteuersatz besteuert wird. Ein privates Veräußerungsgeschäft (§ 23 EStG) liegt bei einer anschießenden Veräußerung mangels Anschaffungsvorgangs nicht vor. Eine Besteuerung haben Kryptoinvestoren bei dem anschließenden Verkauf von „erschürften“ Coins nicht zu befürchten.

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Liegen hingegen Einkünfte aus dem Gewerbebetrieb vor, kann nicht nur der Zuflusswert, sondern auch die anschließende Veräußerung der durch das Mining erhaltenen Coins besteuert werden. Die Einkünfte unterliegen hier dem persönlichen Einkommenssteuersatz des Kryptoinvestors und zusätzlich noch der Gewerbesteuer.

Grundsätze für klassisches Mining auf Helium-Mining übertragbar?

Bislang hat sich nur die Oberfinanzdirektion (OFD) aus Nordrhein-Westfalen zur Besteuerung der klassischen Miningvorgänge geäußert. Diese hält bei rechenleistungs- und stromintensiven Miningmethoden in der Regel Einkünften aus dem Gewerbebetrieb einschlägig.

Vieles spricht jedoch dafür, dass die aufgestellten Grundsätze der OFD Nordrhein-Westfalen auf das Mining über Funk (wie unter anderem das Helium-Mining) nicht anwendbar sind. Nichtsdestotrotz können je nach Umfang und konkreter Ausgestaltung des Helium-Minings eine gewerbliche Tätigkeit und damit Einkünfte nach § 15 EStG vorliegen. Eine Beratung durch einen Experten ist deshalb sinnvoll, um die steuerlichen Risiken abzumildern.

Eine Rolle spielt auch, ob und wie Freunde, Bekannte und Familie, bei denen die Mining-Geräte aufgestellt werden, an den Erträgen beteiligt werden. Weil das auch für die beteiligten Personen zu steuerlich relevanten Einkünften führen kann, empfiehlt sich auch diesbezüglich eine Beratung.

WINHELLER berät Sie zum Thema Helium-Mining und Kryptowährungen

Wir stehen Ihnen gerne bei der Ausgestaltung und Planung Ihres Vorhabens bezüglich des Helium-Minings zur Verfügung, um das steuerliche Risiko für alle Beteiligten zu verringern. Selbstverständlich können Sie auch bei all Ihren anderen Anliegen rund um das Thema Kryptowährungen und Blockchain gerne auf uns zu kommen. Unsere Experten stehen Ihnen zur Seite.

Weiterlesen:
Die steuerliche Behandlung von Kryptowährungen in Deutschland
Kryptowährungen: Wie wird Minung versteuert?

Philipp Hornung

Philipp Hornung

Rechtsanwalt Philipp Hornung ist im steuerrechtlichen Dezernat von WINHELLER tätig. Am Hauptstandort in Frankfurt am Main berät er Unternehmen, Nonprofit-Organisationen und vermögende Privatpersonen zu allen steuerlichen Fragestellungen. Spezialisiert ist er daneben auf die Bereiche kryptographische Währungen und Blockchain-Technologie.

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6 Antworten zu "Helium-Mining: Krypto-Mining über Funk"

  1. Marcel Rothenburg sagt:

    Vielen Dank Herr Hornung.

  2. Marcel sagt:

    Hallo Herr Hornung,

    in unseren Haushalt möchten wir zukünftig einen Helium-Miner betreiben. Müssen wir beim Betrieb eines einzigen Gerätes ein Gewerbe anmelden oder gilt es lediglich den Gewinn als sonstige Einnahmen „§ 22 Nr. 3 EStG“ zu versteuern? Meine Partnerin ist Angestellte und ich bin freiberuflich (kein Gewerbe) tätig. Ist die Versteuerung vom Ertrag abhängig – dieser schwankt ja je nach Vernetzung enorm. Beste Grüße, Marcel

    • Hallo Marcel,

      ob das Mining von Helium als gewerblich einzuordnen ist, haben die Gerichte noch nicht abschließend geklärt. Beim Betrieb lediglich eines Gerätes spricht einiges dafür, dass es noch kein Gewerbe ist. Die Finanzverwaltung könnte aber auch eine abweichende Ansicht vertreten. Das ist abhängig vom Einzelfall.

      Mit freundlichen Grüßen
      Philipp Hornung

  3. Markus sagt:

    Braucht man für das betreiben von Helium Minern eine Erlaubnis von der Bafin ?

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